Finanzielle Sicherheit nach der Geburt

Elterngeld einfach erklärt.

Elterngeld hilft dir, wenn nach der Geburt Einkommen wegfällt, weil du dein Kind betreust, beruflich pausierst oder deine Arbeitszeit reduzierst. Diese Seite führt dich verständlich durch Anspruch, Höhe, Antrag, Bezugsdauer, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus, Mutterschaftsleistungen und wichtige Sonderfälle.

Wichtig: Elterngeld wird nach Lebensmonaten deines Kindes geplant, nicht nach normalen Kalendermonaten. Ein Lebensmonat beginnt mit dem Geburtstag deines Kindes und endet im Folgemonat einen Tag vor diesem Datum.

Schnellcheck

Kannst du Elterngeld bekommen?

Der Schnellcheck ersetzt keine verbindliche Prüfung, hilft dir aber, deine Situation schnell einzuordnen und die nächsten Schritte zu planen.

Welche Situation passt am besten?

Elterngeld ist nicht nur für Angestellte gedacht. Auch Eltern ohne Erwerbstätigkeit, Selbstständige, Studierende, Auszubildende, Alleinerziehende und getrennt erziehende Eltern können grundsätzlich anspruchsberechtigt sein.

Was du wissen musst

Elterngeld ist eine Einkommenshilfe für die erste Familienzeit.

Es gleicht fehlendes Einkommen teilweise aus, wenn du dein Kind nach der Geburt betreust und deshalb weniger oder gar nicht arbeitest.

Zweck

Was ist Elterngeld?

Eine staatliche Leistung für Eltern, die nach der Geburt Zeit für Betreuung brauchen und dadurch Einkommen verlieren oder weniger arbeiten.

Lebensmonate

Wie wird geplant?

Elterngeld wird nach Lebensmonaten des Kindes beantragt. Dadurch können sich die Zeiträume von normalen Kalendermonaten unterscheiden.

Höhe

Wie viel gibt es?

Die Höhe hängt von deinem Einkommen vor und nach der Geburt sowie von der gewählten Elterngeld-Art ab.

Antrag

Wo beantragen?

Zuständig ist deine Elterngeldstelle. In vielen Bundesländern kann der Antrag digital vorbereitet oder online gestellt werden.

Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Bonus

Welche Elterngeld-Art passt zu euch?

Du kannst die Varianten kombinieren. Entscheidend ist, ob du komplett pausierst, Teilzeit arbeitest oder die Betreuung mit dem anderen Elternteil partnerschaftlich aufteilst.

Basiselterngeld

Klassisch für die erste Auszeit

300–1.800 €

Basiselterngeld ersetzt in der Regel einen Teil des wegfallenden Einkommens. Ein Elternteil kann es maximal zwölf Lebensmonate nutzen; gemeinsam sind bei Paaren bis zu 14 Monate möglich.

  • mindestens 300 Euro monatlich
  • höchstens 1.800 Euro monatlich
  • nur innerhalb der ersten 14 Lebensmonate

ElterngeldPlus

Länger beziehen, oft sinnvoll bei Teilzeit

150–900 €

ElterngeldPlus ist meist niedriger als Basiselterngeld, kann dafür aber doppelt so lange laufen. Besonders interessant ist es, wenn du nach der Geburt in Teilzeit arbeitest.

  • ein Basis-Monat wird zu zwei Plus-Monaten
  • mindestens 150 Euro monatlich
  • höchstens 900 Euro monatlich

Partnerschaftsbonus

Zusätzliche Monate bei gemeinsamer Teilzeit

2–4 Monate

Der Partnerschaftsbonus kann zusätzliche ElterngeldPlus-Monate bringen, wenn beide Elternteile gleichzeitig in einem bestimmten Stundenkorridor arbeiten. Auch Alleinerziehende können ihn nutzen.

  • 24 bis 32 Wochenstunden als Richtwert
  • zusätzlich zum ElterngeldPlus möglich
  • auch für getrennt Erziehende und Alleinerziehende relevant

Mini-Rechner

Grobe Orientierung zur Höhe.

Dieser Rechner ist bewusst einfach gehalten. Er ersetzt keinen offiziellen Elterngeldrechner, zeigt aber schnell, wie stark Einkommen vor und nach der Geburt eine Rolle spielt.

Elterngeld grob schätzen

Trage dein ungefähres monatliches Netto vor der Geburt und dein voraussichtliches Netto während des Elterngeldbezugs ein.

Vereinfachte Berechnung mit 65 Prozent der Einkommensdifferenz. Die Elterngeldstelle berechnet das Elterngeld-Netto nach eigenen Regeln. Steuerklasse, Werbungskosten, Selbstständigkeit, Ersatzleistungen und Sonderfälle können das Ergebnis verändern.

Antrag Schritt für Schritt

So bereitest du den Elterngeld-Antrag vor.

Elterngeld wird nicht automatisch gezahlt. Du musst es beantragen. Der Antrag kann in vielen Bundesländern digital gestellt oder vorbereitet werden.

Planung

Lebensmonate festlegen

Überlege, wer wann Elterngeld beziehen möchte. Plant nach Lebensmonaten des Kindes und nicht nur nach Kalenderdaten.

Besonders wichtig bei Mutterschutz, Teilzeit und parallelem Bezug.

Unterlagen

Nachweise sammeln

Für den Antrag brauchst du meist Geburtsurkunde, Einkommensnachweise, Steuer-ID, Bankverbindung und Angaben zu Mutterschaftsgeld oder Arbeitgeberzuschuss.

Selbstständige brauchen oft Steuerbescheid oder Gewinnermittlung.

Antrag

Elterngeldstelle auswählen

Zuständig ist die Elterngeldstelle deines Bundeslandes oder Wohnorts. Dort reichst du den Antrag mit den erforderlichen Nachweisen ein.

Rückwirkend wird Elterngeld höchstens für drei Lebensmonate gezahlt.

Bescheid

Bescheid prüfen

Prüfe nach Erhalt, ob Lebensmonate, Beträge, Einkommen und Anrechnung von Mutterschaftsleistungen korrekt erfasst wurden.

Bei Fehlern läuft die Widerspruchsfrist in der Regel ab Zugang des Bescheids.

Antrags-Checkliste

Was du für den Elterngeld-Antrag bereitlegen solltest.

Hake ab, was du schon vorbereitet hast. So wird aus einem komplizierten Antrag eine klare Liste.

Deine Unterlagen

Je nach Bundesland, Arbeitsform und Familiensituation können weitere Nachweise nötig sein. Diese Liste deckt die wichtigsten Punkte ab.

  • Geburtsurkunde oder Geburtsbescheinigung des Kindes
  • Steueridentifikationsnummer der antragstellenden Elternteile
  • Bankverbindung für die Auszahlung
  • Gehaltsabrechnungen oder Einkommensnachweise vor der Geburt
  • Nachweis über Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss
  • Angaben zur geplanten Elternzeit oder Arbeitszeit nach der Geburt
  • Bei Selbstständigkeit: Steuerbescheid, Einnahmenüberschussrechnung oder Gewinnermittlung
  • Bei Geschwisterbonus: Angaben und Nachweise zu weiteren Kindern im Haushalt

Wer Elterngeld bekommen kann

Elterngeld ist für viele Familienformen gedacht.

Entscheidend ist nicht nur die biologische Elternschaft. Auch besondere Familienkonstellationen können anspruchsberechtigt sein, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Elternpaare

Elternpaare können die Elterngeldmonate untereinander aufteilen. Gemeinsam sind bis zu 14 Monate Basiselterngeld möglich.

Getrennt Erziehende

Auch getrennt erziehende Eltern können Elterngeld nutzen, wenn sie ihr Kind selbst betreuen und die übrigen Voraussetzungen erfüllen.

Alleinerziehende

Alleinerziehende können unter Voraussetzungen auch Monate nutzen, die sonst als Partnermonate gedacht sind.

Regenbogenfamilien

Entscheidend sind rechtliche Elternschaft, Betreuungssituation und die allgemeinen Voraussetzungen. Die konkrete Prüfung erfolgt durch die Elterngeldstelle.

Adoptiveltern

Auch bei Adoption kann Elterngeld möglich sein. Relevant ist dann nicht der Geburtstag, sondern der Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes.

Großeltern und Verwandte

In besonderen Fällen können auch andere betreuende Personen infrage kommen, etwa wenn Eltern ihr Kind nicht selbst betreuen können.

Verwitwete und Waisen

Stirbt ein Elternteil, können besondere Regelungen greifen. Hier ist eine individuelle Beratung besonders wichtig.

Ausländische Eltern

Der Aufenthaltsstatus kann entscheidend sein. Nicht jeder Aufenthalt berechtigt automatisch zum Elterngeld.

Arbeit und Einkommen

Was bei der Berechnung wichtig wird.

Das Elterngeld wird nicht einfach aus deinem normalen Kontoeingang übernommen. Die Elterngeldstelle berechnet ein besonderes Elterngeld-Netto.

Welches Einkommen zählt?

Für die Höhe zählt vor allem Einkommen aus Erwerbstätigkeit, das vor der Geburt vorhanden war und nach der Geburt ganz oder teilweise wegfällt. Einkommen während des Elterngeldbezugs wird berücksichtigt.

  • Bei Angestellten geht es meist um die zwölf Monate vor dem Geburtsmonat.
  • Bei Selbstständigen ist häufig das Kalenderjahr vor der Geburt wichtig.
  • Bei Mischeinkünften können besondere Berechnungszeiträume gelten.
  • Das Elterngeld-Netto ist eine rechnerische Größe der Elterngeldstelle.

Teilzeit, Minijob, Studium oder Selbstständigkeit

Während des Elterngeldbezugs darfst du grundsätzlich bis zu 32 Wochenstunden arbeiten. Dadurch kann sich die Höhe verändern, weil Einkommen nach der Geburt angerechnet wird.

  • Nicht-Selbstständige brauchen meist Gehaltsabrechnungen.
  • Selbstständige brauchen oft Steuerbescheid oder Gewinnermittlung.
  • Mischeinkünfte können die Berechnung komplexer machen.
  • Minijob, Ausbildung oder Studium schließen Elterngeld nicht automatisch aus.
  • Bei Arbeit im Ausland können zusätzliche Regeln gelten.

ALG I, Bürgergeld, BAföG, Wohngeld und andere Leistungen

Andere Leistungen können die Elterngeldberechnung beeinflussen oder Elterngeld kann dort als Einkommen berücksichtigt werden. Besonders bei Bürgergeld, Sozialhilfe, BAföG oder Wohngeld solltest du individuell prüfen lassen, was sich finanziell wirklich lohnt.

  • Arbeitslosengeld I kann vor der Geburt eine Rolle spielen.
  • Bürgergeld und andere Sozialleistungen können Elterngeld anrechnen.
  • Krankengeld und andere Entgeltersatzleistungen können den Bemessungszeitraum beeinflussen.
  • Bei wenig Einkommen lohnt sich Beratung vor Antragstellung.

Steuerklasse, Werbungskosten und Altersvorsorge

Die Elterngeldstelle ermittelt ein pauschaliertes Netto. Dabei können Steuerklasse, Sozialabgaben, Werbungskostenpauschale und bestimmte Abzüge eine Rolle spielen. Ein Steuerklassenwechsel kurz vor der Geburt kann relevant sein, ist aber fristabhängig und sollte gut geprüft werden.

  • Das Elterngeld-Netto ist nicht immer identisch mit deinem Gehaltszettel-Netto.
  • Werbungskosten werden häufig pauschal berücksichtigt.
  • Altersvorsorge und Vorsorgeaufwendungen können steuerlich relevant sein.
  • Elterngeld selbst ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.

Mutterschaftsleistungen

Kann ich Elterngeld und Mutterschaftsgeld bekommen?

Ja, aber Mutterschaftsleistungen werden beim Elterngeld besonders berücksichtigt. Monate mit Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss gelten bei der Mutter in der Regel als Basiselterngeldmonate.

Das ist für die Planung wichtig, weil dadurch bereits Monate verbraucht sein können, obwohl du vielleicht noch keinen eigenen Elterngeldantrag bewusst geplant hast.

  • Mutterschaftsgeld kann Elterngeldmonate beeinflussen.
  • ElterngeldPlus ist in diesen Monaten für die Mutter meist nicht möglich.
  • Der andere Elternteil kann seine Monate anders planen.

Neu seit 2024 und 2025

Diese Änderungen sind für neue Geburten besonders wichtig.

Für Geburten ab dem 1. April 2024 gelten neue Regeln zum parallelen Bezug von Basiselterngeld. Außerdem wurden die Einkommensgrenzen abgesenkt. Für Geburten ab dem 1. April 2025 liegt die Grenze bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen.

200.000 € Grenze für Geburten ab 1. April 2024
175.000 € Grenze für Geburten ab 1. April 2025
1 Monat paralleler Bezug von Basiselterngeld meist nur einmal möglich

Sonderfälle

Diese Punkte werden oft übersehen.

Viele Anträge werden nicht wegen des Grundanspruchs schwierig, sondern wegen Details: Geschwister, Teilzeit, Steuerklasse, Ersatzleistungen oder wechselnde Einkommen.

Geschwisterbonus

Mehr Elterngeld bei kleinen Geschwistern

Wenn weitere kleine Kinder im Haushalt leben, kann ein Geschwisterbonus hinzukommen. Er erhöht das Elterngeld um 10 Prozent, mindestens aber um einen festen Mindestbetrag.

Elternzeit

Muss ich Elternzeit nehmen?

Elterngeld und Elternzeit sind zwei verschiedene Dinge. Angestellte brauchen für eine berufliche Auszeit meist Elternzeit. Elterngeld ist die finanzielle Leistung dazu.

Teilzeit

Arbeiten mit Elterngeld

Teilzeit bis zu 32 Wochenstunden ist grundsätzlich möglich. Das Einkommen während des Bezugs wird aber in die Berechnung einbezogen.

Selbstständig

Mehr Planung nötig

Bei Selbstständigkeit, Mischeinkünften oder schwankendem Einkommen solltest du den Antrag besonders sorgfältig vorbereiten.

Häufige Fragen

Antworten, die Eltern schnell brauchen.

Kurz, verständlich und ohne Amtsdeutsch: die wichtigsten Fragen zum Elterngeld im Überblick.

Was ist Elterngeld?

Elterngeld ist eine staatliche Leistung für Eltern nach der Geburt. Es soll Einkommen teilweise ersetzen, wenn du dein Kind betreust und deshalb weniger oder gar nicht arbeitest.

Kann ich Elterngeld bekommen, wenn ich vorher nicht gearbeitet habe?

Ja, grundsätzlich kann auch ohne vorherige Erwerbstätigkeit Elterngeld möglich sein. Dann kommt in der Regel der Mindestbetrag infrage.

Wie viel Elterngeld kann ich bekommen?

Basiselterngeld liegt je nach Einkommen zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich. ElterngeldPlus liegt zwischen 150 und 900 Euro monatlich. Zuschläge, Teilzeit und andere Leistungen können die Höhe beeinflussen.

Wie lange kann ich Elterngeld bekommen?

Basiselterngeld gibt es nur innerhalb der ersten 14 Lebensmonate. Ein Elternteil kann maximal zwölf Monate Basiselterngeld bekommen. Mit ElterngeldPlus kann sich die Bezugszeit verlängern.

Was ist der Partnerschaftsbonus?

Der Partnerschaftsbonus bringt zusätzliche ElterngeldPlus-Monate, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Wichtig ist vor allem die Arbeitszeit im vorgesehenen Stundenkorridor.

Was ist das Elterngeld-Netto?

Das Elterngeld-Netto ist ein von der Elterngeldstelle berechneter Wert. Es entspricht nicht immer exakt dem Netto auf deiner Gehaltsabrechnung.

Kann ich Elterngeld und Mutterschaftsgeld bekommen?

Ja, aber Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss werden beim Elterngeld berücksichtigt. Monate mit Mutterschaftsleistungen gelten bei der Mutter in der Regel als Basiselterngeldmonate.

Was ist neu für Geburten ab 1. April 2024?

Seit 1. April 2024 ist der parallele Bezug von Basiselterngeld grundsätzlich nur noch für einen Monat innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate möglich. Zudem gelten neue Einkommensgrenzen.

Was gilt für Geburten ab 1. April 2025?

Für Geburten ab 1. April 2025 liegt die Einkommensgrenze bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Wird diese Grenze überschritten, besteht kein Anspruch auf Elterngeld.

Nächster Schritt

Elterngeld-Antrag vorbereitet starten.

Wenn du deine Monate planen, Unterlagen sammeln und den Antrag strukturiert vorbereiten möchtest, kannst du jetzt zur Antragsseite wechseln. Dort wirst du Schritt für Schritt weitergeführt.

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